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Mittwoch, den 03. November 2010 um 11:20 Uhr

In diesem Jahr gelten die Lohnsteuerkarten 2010 weiter, weil sich die Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale verzögert.

Die Lohnsteuerkarten 2010 gelten auch für 2011

Grundsätzlich sind die Vorschriften des Lohnsteuerabzugsverfahrens (§§ 38 ff EStG) weiterhin anzuwenden.

In der Übergangszeit bis zur Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale – also zumindest im Kalenderjahr 2011 – muss jedoch der Lohnsteuerabzug ohne eine neue Lohnsteuerkarte vorgenommen werden. Die Lohnsteuerkarte 2010 gilt mit den eingetragenen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (u. a. Steuerklasse/Faktor, Zahl der Kinderfreibeträge, Kirchensteuermerkmal, Freibetrag) auch für den Lohnsteuerabzug ab 1.1.2011.

Wird daher ein in 2010 bestehendes Dienstverhältnis nach Ablauf des Kalenderjahrs 2010 fortgesetzt, hat der Arbeitgeber die auf der Lohnsteuerkarte 2010 eingetragenen Lohnsteuerabzugsmerkmale im Kalenderjahr 2011 weiterhin anzuwenden. Die Lohnsteuerkarte 2010 muss somit dem Arbeitgeber auch im Kalenderjahr 2011 vorliegen.

Im Kalenderjahr 2011 hat der Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte 2010

  • während der Dauer des Dienstverhältnisses aufzubewahren, er darf sie nicht vernichten (eine Vernichtung der Lohnsteuerkarte 2010 ist erst nach Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale zulässig),
  • dem Mitarbeiter zur Vorlage beim Finanzamt vorübergehend zu überlassen (z. B. zur Eintragung/Änderung eines Freibetrags) sowie
  • in den Fällen des Arbeitgeberwechsels oder bei der Beendigung des Dienstverhältnisses im Übergangszeitraum dem Mitarbeiter innerhalb einer angemessenen Frist nach Beendigung des Dienstverhältnisses aushändigen.

Lohnsteuerabzug 2011: Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte

Für Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte gelten deshalb Sondervorschriften. Die Herabsetzung des Freibetrags kann – muss aber nicht - beim Finanzamt beantragt werden.

Arbeitnehmer sind im nächsten Jahr verpflichtet,

  • die Eintragung der Steuerklasse und die Zahl der Kinderfreibeträge auf derLohnsteuerkarte 2010 umgehend durch das Finanzamt ändern zu lassen, wenn die Eintragung von den tatsächlichen Verhältnissen am 1.1.2011 zugunsten des Arbeitnehmers abweicht.
  • eine Änderung zu veranlassen, wenn auf der Lohnsteuerkarte 2010 die Steuerklasse II bescheinigt worden ist und die Voraussetzungen für die Berücksichtigung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende im Laufe des Jahrs 2011 entfallen sind. Liegen die Voraussetzungen für die Beantragung der Steuerklasse II erstmals im Kalenderjahr 2011 vor, kann die Bescheinigung der Steuerklasse II beim Finanzamt beantragt werden.

Für sämtliche Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte 2010 mit Wirkung ab 1.1.2011 ist ausschließlich das Finanzamt zuständig, falls die Eintragungen bzw. Änderungen den Lohnsteuerabzug 2011 betreffen. Dies gilt auch für Eintragungen die bisher ausschließlich von der Gemeinde vorgenommen wurden (z. B. Steuerklassenwechsel bei Ehegatten). Nur für die Änderung der Meldedaten an sich (z. B. Heirat, Geburt, Kirchenein- oder -austritt), sind weiterhin die Gemeinden zuständig.

Eine Änderungsverpflichtung für Arbeitnehmer besteht nicht, wenn ein auf der Lohnsteuerkarte 2010 bescheinigter Freibetrag oder Faktor von den tatsächlichen Verhältnissen am 1.1.2011 zugunsten des Arbeitnehmers abweicht. Daraus folgt, dass z. B. ein für 2010 eingetragener Freibetrag oder Faktor – unabhängig von der eingetragenen Gültigkeit – vom Arbeitgeber automatisch auch im Lohnsteuerabzugsverfahren 2011 zu berücksichtigen ist.

Achtung: Nachzahlungen vermeiden.

Falls sich aber ein für das Kalenderjahr 2010 eingetragener Freibetrag im Kalenderjahr 2011 verringert (z. B. geringere Fahrtkosten für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte), kann dies ohne eine Korrektur zu erheblichen Nachzahlungen bei der Einkommensteuerveranlagung 2011 des Mitarbeiters führen.






 

IT-Unternehmensberater   bullet.gif, 65B   Andreas Held   bullet.gif, 65B   Tel.:+49 (89) 14903383   bullet.gif, 65B   Fax.:+49 (89) 14903392   bullet.gif, 65B   E-Mail: held_andreas@email.de