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Freitag, den 03. Dezember 2010 um 10:26 Uhr

Aus fünf mach neun: Die "Angaben zur Tätigkeit" für die Bundesagentur für Arbeit werden grundlegend angepasst und modernisiert.

Neuer Tätigkeitsschlüssel kommt 2011

Durch die Anpassung und Modernisierung wird das Meldeverfahren zur Dauerbaustelle. Durch die geänderte Struktur des Schlüsselverzeichnisses drohen Nachbesserungen an den Stammdaten.

Arbeitgeber müssen für ihre Beschäftigten regelmäßig eine Vielzahl von Meldungen zur Sozialversicherung abgeben (z. B. Anmeldungen bei Beginn der Beschäftigung). Enthalten sind darin auch Schlüsselzahlen, die für jeden Arbeitnehmer Angaben über die Art seiner Tätigkeit im Betrieb und seine schulische Qualifikation enthält. Dieser Tätigkeitsschlüssel ist in einem offiziellen Schlüsselverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit aufgelistet. Dieses Verzeichnis ist nun komplett überarbeitet worden. Eine neue Struktur soll die inzwischen sehr veränderten Rahmenbedingungen im Arbeitsleben besser abbilden. Das bisherige Verzeichnis entspricht wegen geänderter rechtlicher Grundlagen und gewandelter Bildungs- und Beschäftigungsstrukturen nicht mehr den aktuellen Erfordernissen.

"Angaben zur Tätigkeit" wachsen auf neun Stellen an.

Der neue Tätigkeitsschlüssel wird auf neun Stellen - statt bislang auf fünf Stellen - ausgelegt sein. Davon sind die ersten fünf Stellen für die Verschlüsselung des Berufs vorgesehen, die in systematischen Kategorien zusammengefasst sind. Die weiteren Felder nehmen in jeweils einer Ziffer Kennzeichen auf für:

  • den höchsten allgemeinbildenden Schulabschluss und
  • den höchsten beruflichen Ausbildungsabschluss des Arbeitnehmers,
  • ein Kennzeichen, ob es sich um Arbeitnehmerüberlassung handelt und
  • die Vertragsform (Vollzeit- oder Teilzeit, befristeter oder unbefristeter Arbeitsvertrag).

Tätigkeitsschlüssel: Der Zeitplan für die Einführung steht.

Der Umstieg ist so geplant, dass für Meldezeiträume bis 30.11.2011 die bisherigen fünfstelligen Tätigkeitsschlüssel weiterhin zu benutzen sind. Der neue Tätigkeitsschlüssel wird immer dann zu nutzen sein, wenn der Meldezeitraum Zeiten ab 01.12.2011 umfasst.

Entgeltabrechnung: Hoher manueller Nacharbeitungsaufwand ist zu befürchten.

Der Umstieg auf das neue Schlüsselverzeichnis bedeutet auch, dass in der Personaldatenpflege der Software alle Stammdaten angepasst werden müssen. Den Softwareherstellern der einschlägigen Programme liegen bereits seit einigen Monaten alle notwendigen Unterlagen zur Programmierung vor. Zur Verfügung stehen auch maschinelle Umsetzungshilfen. Denn erklärtes Ziel der Spitzenverbände der Sozialversicherung ist es, so weit wie möglich auf manuelle Arbeiten im Umstellungsprozess zu verzichten. Die meisten Daten sollen aus den vorhandenen Angaben migriert werden. Es soll daher in einem großen Teil der Umstellungsfälle nicht notwendig sein, die Personalakte zu öffnen oder gar die Mitarbeiter zu befragen. Personaler und Entgeltabrechner müssen also darauf hoffen, dass dies tatsächlich so glücken wird.

Bald Updates der Softwarehersteller mit dem neuen Schlüssel.

Die Hersteller zertifizierter Entgeltabrechnungsprogramme werden mit ihren nächsten Updates auch die nötigen Erweiterungen für den neuen Tätigkeitsschlüssel ausliefern. Einige Softwarehäuser tun dies bereits zum 1.1.2011, alle anderen Hersteller im Lauf des Jahres 2011. Entgeltabrechner können ab diesem Zeitpunkt mit den notwendigen Umsetzungsroutinen beginnen. Je mehr Zeit zur Verfügung steht, desto besser. Denn so können eventuell erforderliche manuelle Korrektureingriffe im Datenbestand noch rechtzeitig vor dem offiziellen Starttermin 1.12.2011 in Angriff genommen werden.

Wertvolle Angaben für die Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Wozu dient der ganze Aufwand rund um den Tätigkeitsschlüssel überhaupt? Die Angaben zur Tätigkeit werden insbesondere von der Bundesagentur als Grundlage für Auswertungen der Veränderungen am Arbeitsmarkt genutzt. So kann die Lage und Entwicklung am Arbeitsmarkt exakt nach Parametern wie Berufen, Wirtschaftszweigen und Regionen dokumentiert und untersucht werden. Der neue, erweiterte Schlüssel soll der noch besseren Erreichung dieses Ziels dienen.








 

IT-Unternehmensberater   bullet.gif, 65B   Andreas Held   bullet.gif, 65B   Tel.:+49 (89) 14903383   bullet.gif, 65B   Fax.:+49 (89) 14903392   bullet.gif, 65B   E-Mail: held_andreas@email.de