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Mittwoch, den 03. November 2010 um 08:17 Uhr

Die SV-Rechengrößen für 2011 werden Geschichte schreiben: Die BBG der KV wird 2011 erstmals seit 1949 sinken, andere Werte stagnieren.

Die neue Rechengrößen für 2011

Im Krisenjahr 2009 hatten die Arbeitnehmer insbesondere im Westen Deutschlands weniger Bruttoentgelt als im Vorjahr erhalten. Gesamtdeutsch betrachtet verminderten sich die Bruttolöhne und -gehälter 2009 um 0,24 %. Die schwerste Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik hat mit dem Boom der Kurzarbeit auch bei den Sozialversicherungs-Rechengrößen für 2011 ihre Spuren hinterlassen. Die voraussichtlichen Werte wurden nun bekannt. Sie müssen gegen Ende des Jahres 2010 noch vom Bundesrat beschlossen werden. Mit Änderungen ist aber nicht mehr zu rechnen.

Erstmals seit 1949: GKV-Beitragsbemessungsgrenze sinkt.

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird im Jahr 2011 erstmals seit 1949 herunter gesetzt. Die BBG von derzeit 3.750 EUR wird 2011 auf 3.712,50 EUR im Monat (bzw. 44.550 EUR jährlich) sinken. Trotz gesenkter BBG wird es 2011 für Arbeitnehmer mit einem Arbeitsentgelt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze wegen des auf 8,2 % steigenden Arbeitnehmeranteils unter dem Strich um 2,76 % (98,10 EUR pro Jahr) teurer als 2010 (Arbeitnehmeranteil 2010 7,9 %, Beitragsbemessungsgrenze 2010 45.000 EUR). Die Unternehmen müssen 2011 aufgrund des auf 7,3 % steigenden Arbeitgeberanteils am GKV-Beitrag für jeden dieser Besserverdienender um 102,15 EUR bzw. 3,24 % höhere Beitragszuschüsse als im Jahr 2010 (Arbeitgeberanteil 2010 7,0 %) zahlen. Im Endeffekt wird die GKV 2011 also für alle teurer, trotz der gesunkenen Beitragsbemessungsgrenze.

GKV-Kassen werden mehr Versicherte an die PKV verlieren.

Gleichzeitig wird ab 1.1.2011 die Hürde zur Privatkrankenversicherung (PKV) gesenkt - in doppelter Hinsicht. Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze sinkt von bislang 49.950 EUR auf 49.500 EUR pro Jahr. Für PKV-Bestandsfälle gilt weiterhin die ermäßigte Jahresarbeitsentgeltgrenze, welche von derzeit 45.000 EUR auf 44.550 EUR gesenkt wird. Nicht nur deshalb erwartet man bei vielen gesetzlichen Krankenkassen nun Abwanderungen weiterer guter Beitragszahler in Richtung PKV. Die Gesundheitsreform 2011 sieht darüber hinaus noch eine Senkung der rechtlichen Hürden zur PKV vor.

Gutverdienern soll bereits nach einjähriger Überschreitung der Versicherungspflichtgrenze (JAE-Grenze) wieder der Weg in die Privatkrankenkasse (PKV) eröffnet werden. Voraussetzung hierbei wird aber weiterhin sein, dass auch im Folgejahr (d. h. im Jahr 2011) vorausschauend betrachtet die dann maßgebliche JAE-Grenze überschritten wird. 2011 wird letztere Voraussetzung wegen der gesunkenen Werte leichter erfüllbar sein als je zuvor.

Rentenversicherung: BBG West verbleibt auf Niveau von 2010.

Die Bemessungsgrenze zur Renten- und Arbeitslosenversicherung wird 2011 bei 5.500 EUR (West-Deutschland) stagnieren. Jährlich sind dies 66.000 EUR. Nur für den Osten Deutschlands steigt die BBG der Renten- und Arbeitslosenversicherung 2011 von 4.650 EUR auf 4.800 EUR (bzw. 57.600 EUR jährlich).

Monatliche Bezugsgröße 2011: West stagniert - Ost steigt leicht.

Im Westen bleibt die monatliche Bezugsgröße 2011 unverändert bei 2.555 EUR (bzw. 30.660 EUR jährlich). Für Ostdeutschland steigt der Wert leicht von 2.170 EUR auf 2.240 EUR monatlich (bzw. 26.800 EUR jährlich). Die Bezugsgröße stellt einen wichtigen Ankerwert für eine Reihe daraus abgeleiteter Grenz- oder Bezugswerte im Sozialversicherungsrecht bzw. Sozialrecht dar.

Beitragssätze: GKV und Arbeitslosenversicherung werden teurer.

Es sei nochmals erwähnt, dass ab 1.1.2011 der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung von 2,8 % auf 3,0 % angehoben wird. Wie bereits oben erwähnt, soll zudem der Beitragssatz zur GKV ab 2011 wieder auf insgesamt 15,5 % angehoben werden (Arbeitgeberanteil 7,3 %; Arbeitnehmeranteil 8,2 %), also auf das vor der krisenbedingten Senkung Mitte 2009 gültige Niveau.

dw02_32Vorläufige Rechengrößen und Grenzwerte SV 2011(PDF, 29 KB)











 

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